Neu auftretende Ebola-Viruserkrankung (EVD): Maßnahmen zur Infektionsprävention

07. Juli 2026

Am 2026. Mai wurde ein Ausbruch der Ebola-Viruskrankheit (EVD) in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und Uganda bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief daraufhin den öffentlichen Gesundheitsnotstand aus. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung auf die europäische Bevölkerung nach wie vor sehr gering ist, sind Wachsamkeit und strenge Maßnahmen zur Infektionsprävention im Gesundheitswesen unerlässlich.

Die Ebola-Viruserkrankung ist ein schweres virales hämorrhagisches Fieber, das durch eine systemische Infektion und eine hohe Sterblichkeitsrate gekennzeichnet ist. Das Virus wird von Tieren auf den Menschen übertragen und verbreitet sich innerhalb der menschlichen Bevölkerung vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten.

 

GATTUNG

Das Ebola-Virus ist ein umhülltes Virus aus der Familie der Filoviridae (Gattung Orthoebolavirus), wobei Fruchtfledermäuse aus der Familie der Pteropodidae als natürlicher Wirt gelten.

 

ÜBERTRAGUNG

Die Übertragung erfolgt durch:

Zoonotische Übertragung:

  • Kontakt mit infizierten Wildtieren (Fledermäuse, Primaten, Antilopen) über:
    • Blut
    • Organe
    • Sekrete

Übertragung von Mensch zu Mensch:

  • Direkter Kontakt mit:
    • Blut, Erbrochenem Kot, Urin, Speichel, Sperma
    • Der Körper verstorbener Patienten
    •  
  • Indirekte Übertragung durch:
    • Kontaminierte Oberflächen oder Medizinprodukte

     

INKUBATION

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 10 Tage. Während der Inkubationszeit findet keine Übertragung statt.

 

SYMPTOME

Die Symptome beginnen in der Regel mit einem grippeähnlichen Krankheitsbild und können sich rasch zu einer schweren Erkrankung mit hämorrhagischen Symptomen entwickeln.

 

ANSTECKUNG

Die Patienten werden erst nach dem Auftreten von Symptomen ansteckend. Die Infektiosität nimmt mit dem Fortschreiten der Krankheit zu, wobei die höchste Viruslast in späten Stadien und nach dem Tod beobachtet wird.

 

Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle

Aufgrund des hohen Übertragungsrisikos durch Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten ist die strikte Umsetzung sowohl standardmäßiger als auch übertragungsbasierter Vorsichtsmaßnahmen im Gesundheitswesen von entscheidender Bedeutung.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • Strenge Handhygiene unter Verwendung eines alkoholhaltigen Handdesinfektionsmittels gemäß den Empfehlungen des 5-Momente-Konzepts der WHO
  • Verwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA): medizinische Maske oder Atemschutzmaske (FFP2/FFP3/N95), Augenschutz, Handschuhe, flüssigkeitsbeständiger Kittel oder Schutzanzug
  • Sicheres An- und Ausziehen und ordnungsgemäße Entsorgung der PSA
  • Sofortige Reinigung und Desinfektion kontaminierter Oberflächen mit Produkten, die gegen behüllte Viren wirksam sind
  • Häufige Desinfektion von häufig berührten Oberflächen
  • Sichere Handhabung und Entsorgung von medizinischen Abfällen und biologischen Proben
  • Isolierung der Patienten in speziellen Ebola-Behandlungseinheiten, sofern möglich
  • Einschränkung und Kontrolle der Besucher
  • Beschränkung des Kontakts mit medizinischem Personal ausschließlich auf geschultes Personal

 

Anforderungen an die Desinfektion

Filoviridae sind behüllte Viren. Gemäß der Europäischen Norm EN 14885 müssen Desinfektionsmittel eine Wirksamkeit gegen behüllte Viren nachweisen.

ANWENDUNG PHASE 2 SCHRITT 1* PHASE 2 SCHRITT 2*
Händehygiene EN 14476 Vaccinia-Virus nicht vorhanden
Desinfektion von Oberflächen durch mechanische Einwirkung EN 14476 Vaccinia-Virus nicht vorhanden
Desinfektion von Oberflächen ohne mechanische Einwirkung EN 14476 Vaccinia-Virus EN 16777 Vaccinia-Virus
Desinfektion von Instrumenten EN 14476 Vaccinia-Virus EN 17111 Vaccinia-Virus
Desinfektion der Raumluft nicht vorhanden EN 17272 (murines Norovirus, Adenovirus)
Desinfektion von Textilien EN 14476 Vaccinia-Virus (hohe Belastung) nicht vorhanden

*Die Ergebnisse von Phase 2 Schritt 1 und Phase 2 Schritt 2 müssen zur Festlegung der Produktanwendungsbedingungen berücksichtigt werden.

 

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