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Ein nachhaltiges Modell für Erlebnisreisen

Die Entdeckung unberührter Orte ist ein wachsender Trend, insbesondere bei der Generation der Millenials. Wie können Hotels diesem wachsenden Bedarf auf nachhaltige Weise gerecht werden?

Female traveler entering a hotel room

Jeden Tag starten ca. 100.000 Flugzeuge und jedes Jahr werden Millionen von Gästezimmern gebucht. Die Reise- und Tourismusbranche leistet einen der größten Beiträge zur Weltwirtschaft. 2018 erzeugte sie 10,4 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes und 319 Millionen Arbeitsplätze. Auch in den kommenden Jahren wird sie weiter wachsen.

Diese Wachstumserfolgsgeschichte ist das Ergebnis einer gestiegenen Zahl von Reisenden, die bereit sind, mehr für ihren Urlaub auszugeben. Millennials allein verfügen über eine Kaufkraft von mehr als 200 Milliarden USD pro Jahr und sind im Durchschnitt 35 Tage im Jahr auf Reisen. Sie legen Wert auf Reisen und suchen nach erlebnisreichen Zielen, an denen sie Unbekanntes erforschen und sich dabei selbst entdecken können.

Mit dem Ziel, die Anforderungen der nächsten Generation von Reisenden zu analysieren und ihren Wachstumszielen gerecht zu werden, traf ich mich Anfang des Jahres in Sevilla mit Führungskräften und Entscheidungsträgern, die einige der größten Reise- und Tourismusorganisationen wie die World Tourism Organisation (UNWTO), Hilton, Expedia und Carnival Corporation vertreten. Gespräche mit Reiseexperten zeigten, dass die zukünftige Expansion der Industrie einfach noch nicht auf der Tagesordnung steht. In der Tat sind die Verbraucher auf der Suche nach dem nächsten unberührten und einzigartigen Reiseziel und hoffen, die Menschenmassen an beliebten Zielen wie Thailand oder Paris zu vermeiden.

Millennials und die Gen Z sind auf der Suche nach Erlebnisreisen, die vom Rafting-Abenteuer in Kanada bis hin zur Erkundung von Eishöhlen in Island reichen. Sie bevorzugen unberührte Orte und das Eintauchen in die einheimische Kultur. Laut einer Untersuchung von Airbnb sind über 80 % der Millennials der Meinung, dass man einen Ort am besten kennenlernt, wenn man so wie die Einheimischen lebt. Von Kochkursen bis zu Musikfestivals – diese Generation zahlt gern für Aktivitäten, solange diese für ein authentisches Erlebnis sorgen. Aber im digitalen Zeitalter von Online-Bewertungen und sozialen Medien bedeutet die Entdeckung neuer Ziele, dass sie nicht sehr lange verborgen bleiben. So schnell wie die Instagrammer @eljackson und @alexstrohl Tausende von Likes für ihre Reisebilder sammeln können, muss die Branche auf nachhaltige Weise wachsen und Reisende dazu motivieren, neue Gebiete zu erkunden und dabei die Einzigartigkeit dieser Orte zu erhalten.

Jüngste Ereignisse und Schlagzeilen auf der ganzen Welt haben gezeigt, wie der Massentourismus der Umwelt und den lokalen Gemeinschaften schaden kann, wenn er nicht richtig verwaltet wird. In mehreren europäischen Städten sind Einwohner im vergangenen Sommer auf die Straße gegangen und haben in Barcelona, Venedig, Dubrovnik, Amsterdam und anderswo in Europa gegen die Invasion von Besuchern protestiert. Auf der anderen Seite der Welt wurde die philippinische Insel Boracay aufgrund von potenziellen Schäden an ihren einst unberührten Küsten von der Regierung sechs Monate lang für Touristen geschlossen.

Kann sich die Branche angesichts des Hungers der Reisenden nach neu entdeckten Zielen besser positionieren, um finanzielle Gewinne zu erzielen und zugleich die lokalen Ressourcen zu schonen? Die Auswirkungen, die ein Hotel, ein Kreuzfahrtschiff oder ein Restaurant und seine Gäste auf Ressourcen wie Wasser und Energie haben, sind größer als die lokalen Gemeinschaften und können sich zu einem Hindernis für das Geschäftswachstum entwickeln. In meiner Funktion wurde ich von Kunden immer wieder gebeten, ihnen beim Ausbau ihrer Aktivitäten in wasserarmen Gebieten wie Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu helfen. Und die Reiseziele von morgen sind zwar unberührt, liegen aber höchstwahrscheinlich auch in Ländern, die Wasserprobleme zu bewältigen haben. Die heutigen Führungskräfte der Branche sollten das zukünftige Wasserrisiko auf lokaler Ebene erfassen und Maßnahmen zur Minderung und zur Erhöhung der Stabilität ergreifen.

Ecolab hat dieses Fachwissen in den letzten Jahrzehnten immer weiterentwickelt und einen größeren und besseren Geschäftsumfang mit weniger Wasser erzielt. Ein 5-Sterne-Hyatt-Hotel in Indien stand bei der Unterbrechung der Wasserversorgung vor einem echten Problem. Dank der 3D TRASAR™ Technologie von Ecolab konnte das Hotel die Heizung und Kühlung für die Gäste aufrechterhalten und gleichzeitig 6,8 Millionen Liter Frischwasser sparen. Wir haben unsere Expertise im Wassermanagement in Form von Tools wie dem Water Risk Monetizer und dem Ecolab Smart Water Navigator kostenlos online verfügbar gemacht, damit Reise- und Tourismusunternehmen intelligentes und integratives Wachstum planen und zur langfristigen Verfügbarkeit von Wasser beitragen können.

Angesichts der Attraktivität von verborgenen Juwelen wie der Stadt Samarkand an der Seidenstraße oder den Färöer-Inseln im Nordatlantik muss die Branche in Technologien und Initiativen investieren, die zur Erhaltung dieser Reiseziele beitragen können. Eine vom TUI-Konzern durchgeführte globale Umfrage ergab, dass 66 Prozent der Reisenden bei der Gestaltung von umweltfreundlicheren Erlebnisreisen und der Information über verfügbare Optionen auf die Branche zählen. Hotels, Flug- und Kreuzfahrtgesellschaften sowie Reiseunternehmen auf der ganzen Welt haben hier die Möglichkeit, neue Maßstäbe zu setzen. Mutige Maßnahmen zur Nachhaltigkeit stellen geschäftliche Chancen dar und nicht nur zusätzliche Kosten, aber sie erfordern echte Führung und die Bereitschaft zur Veränderung.

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Über den Autor

Portrait of Geoff Townsend, Industry Fellow for Ecolab

Geoff Townsend

Industriepartner von Ecolab

Dr. Geoff Townsend ist Industriepartner von Ecolab. Er beschäftigt sich mit der strategischen Leitung der Innovation in Verbindung mit Wasser und Energie mit besonderem Schwerpunkt auf der Befähigung unserer Kunden, die Herausforderungen in Verbindung mit dem Wassermangel und Bedingungen für die Wasserqualität zu meistern und gleichzeitig die finanziellen und umwelttechnischen Auswirkungen zu reduzieren.

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